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08.Oktober 2004: Kinderheilkunde
Windeldermatitis
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Windeldermatitis ist das "tägliche Brot" des Kinderarztes und gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen im Kindesalter. Bis zu 35% der krankhaften Hauterscheinungen gehen auf das Konto dieser Hautbesonderheit des Säuglings und kleinen Kleinkindes.  Die Gründe für das Entstehen einer Windeldermatitis ist die Windel, deren unsachgemäßer Gebrauch zur Irritation der Haut in diesem Bereich führt und natürlich der anatomisch besonders feuchtigkeitsempfindliche Bereich.
  • Seltener Windelwechsel
  • feucht warmes Klima
  • Reibung und Ankleben der Plastikteile der Windel
  • Durchfallserkrankungen, auch schlecht verdaute Säfte
Hinzu kommt das zu lange Verweilen von Urin und Stuhl in der Windel. Aus Urin wird Ammoniak, dieser führt zur Durchfeuchtung der Haut und über die Irriation zur Schädigung der Haut. Der Stuhl enthält Bakterien und Pilze (Candida), die sonst nicht krankhaft sind, aber auf einer irritierten und geschädigten Haut eine Pilzinfektion bzw einer Superinfektion mit Bakterien verursachen können.
Die Folgen sind: Pilzdermatitis bzw superinfizierte bakteriell bedingte Windeldermatitis. Entscheidend dabei ist: Im Windelbereich der gepflegten und gesunden Haut herrscht normalerweise ein saures Milieu, durch die Veränderung in das alkalische Milieu werden Bakterien und Pilze zur Vermehrung angeregt. Die Pilzdermatitis ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Papeln (pickelartigen Erhebungen) mit einer am Rande befindlichen Schuppung (Colerette). Die Diagnose ist meist klar und eindeutig, der Erfolg mit pilzhaltigen Therapeutika stellt sich bald ein.
Differentialdiagnostisch muss man an eine Psoriasis(Schuppenflechte) denken, bei schnellen und foudroyanten Verlauf auch mal an eine Zinkmangeldermatitis. Diese ist besonders wahrscheinlich, wenn ehemals Frühgeborene gestillt werden, gut gedeihen und dann über die Muttermilch zu wenig Zink erhalten. Hier muss Zink substituiert werden.
Der entzündete Windelbereich ist besonders aufnahmefähig für extern angewendete Substanzen: So wirken cortisonhaltige Medikamente schnell ? da ja eine offene Wunde vorliegt- systemisch, deswegen ist die Anwendung dieser Medikamente nur in den seltensten Fällen angebracht. Überhaupt ist die Haut des Säuglings und Kleinkindes sehr aufnahmebereit und resorbiert viele Substanzen stark. Dies ist bei farbstoffhaltigen Lösungen bekannt, aber auch bei der beliebten Emla- Salbe, bei der es durch großflächiges Auftragen (z.B. bei der Bahndlung multipler Mollusken) zur Methämoglobinbildung kommen kann.
Grundprinzipien A-E- Regel!
  • A: AIR Luft, Frischluft ist gut, Säuglinge, die keine Windel tragen, haben keine Windeldermatitis. Auf der anderen Seite Belüften des Windelbereichs mit Hilfe eines Föhns ist problematisch, Verbrennungsgefahr.
  • B: Barriers. gestörte Hautschicht, Hautbarriere wird durchbrochen, auch alkoholische großflächige Lösungen sind nicht angebracht. Ebenso Neomycin ist problematisch, im übrigen auch bei Augen- und Ohrentropfen.
  • C: Cleaning Reinigungstücher sind problematich, Emlasalbe gefährlich wegen Methämoglobinbildung
  • D: Diapers (Windeln) Stoffwindeln sind sicher besser
  • E: Education häufiger Windelwechsel erforderlich
    Notizen vom kindermatologischen Kongress in Hamburg (Mitte September 04)
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